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GDEO - Entstehungsprozess
Der koreanische Ausdruck "gdeo" (den man auch "kurejo" oder "gûrejoo" schreiben könnte) bedeutet eigentlich so etwas wie: "Ja, ja, das finde ich auch". Ganz präzis lässt er sich jedoch nicht in unsere Sprache übersetzen, denn mit einer leicht anderen Betonung wird das vordergründig Affirmative plötzlich zur Maske, hinter der Zweifel und Distanznahme stecken können. In Korea dient "gdeo" der Alltagsdiplomatie: man kann freundlich-bejahend signalisieren, dass man eigentlich völlig anderer Meinung ist, und vermeidet dennoch die Konfrontation. Aus diesem Spannungsfeld zwischen Affirmation und Negation, zwischen Einverständnis und Ablehnung bezieht die GDEO-Inszenierung von Paulo dos Santos ihren dramatischen Antrieb.
Die Zeit der Umsetzung beinhaltet die Realisierungsphase eines Projektes, das bereits auf Erfahrungen einer reichen, interkulturellen Zusammenarbeit unter den beteiligten Künstlern zurückgreifen kann. Die beiden Tänzer Philippe Olza und James Jeon haben zusammen mit dem Dramaturg Andrea Novicov (Compagnie Angledange, Lausanne) eine gemeinsame Arbeitsphase im Jahr 2007 hinter sich gebracht. In Seoul, sowie in weiteren Städten (Mokpo, Busan, Choon-Chun, Daejeon und Gwacheon), haben bereits Aufführungen vor Publikum stattgefunden. Diese Vorstellungsreihe wurde lokal vom Seoul Ballet Theatre organisiert. In 2008 wurden der Regisseur und Filmmacher Paulo dos Santos (Portugal/Schweiz) und der Tänzer und Choreograf Zoltán Dani (Ungarn), sowie der bildende Künstler Sakgayo Jun Ho Won (visuelle Beratung), Bo-Wha Song (Kostüme), Frank Hinzmann (Lichtdesign) in den Arbeitsprozess miteinbezogen.
Der Musiker Hans Koch und Philippe Olza greifen auf die Erfahrungen zurück, die sie bei einer ersten Zusammenarbeit für das Stück "VOILÀ !" gemacht haben. In Kochs Studio in Biel bauen sie einen dialogischen Kompositionsprozess auf. Der Musiker orientiert sich an bekannten musikalischen Referenzen aus beiden Kulturräumen - der Schweiz und Korea - und spielte mit Assoziationen an populär verankerte Muster. Die Musik widerspiegelt die streckenweise konträren und chaotischen Zustände der interkulturellen Begegnung zwischen zwei Tänzern, zwei Freunden.
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